

Fotos: © Conné van d’ Grachten
Historische Industriearchitektur mit Zukunft
Die Alte Spinnerei zählt zu den prägenden historischen Bauwerken der Region. Im Rahmen der Revitalisierung stand nicht nur die Sanierung der Bausubstanz im Mittelpunkt, sondern auch die langfristige Entwicklung eines nachhaltigen Nutzungskonzepts.
Historische Gebäude besitzen einen unverwechselbaren Charakter und leisten einen wichtigen Beitrag zur Identität eines Quartiers. Gleichzeitig erfordern sie besondere Sensibilität bei Planung und Ausführung. Jede bauliche Maßnahme beeinflusst die Gesamtwirkung des Gebäudes und muss sorgfältig auf den Bestand abgestimmt werden.
Gerade bei denkmalgeschützten Objekten entstehen hohe Anforderungen an Materialien, Gestaltung und technische Lösungen.
Herausforderungen bei der Dachgestaltung
Besondere Aufmerksamkeit galt im Projekt den Dachflächen und den zukünftigen Nutzungsmöglichkeiten der Dachräume. Moderne Wohn- und Nutzungskonzepte benötigen ausreichend Tageslicht, natürliche Belüftung und hohen thermischen Komfort.
Dachflächenfenster schaffen hierfür entscheidende Voraussetzungen. Gleichzeitig stellen sie bei denkmalgeschützten Gebäuden eine besondere Herausforderung dar: Die historische Dachlandschaft soll in ihrer ursprünglichen Wirkung erhalten bleiben.
Vor allem bei historischen Industriegebäuden prägt die Dachstruktur die architektonische Erscheinung wesentlich. Veränderungen müssen deshalb äußerst sensibel umgesetzt werden.


Denkmalgerechte Verschattung von Baier
Für die Integration der Dachfenster kam die speziell entwickelte denkmalgerechte Verschattung der Baier GmbH aus Renchen-Ulm zum Einsatz.
Baier fertigte insgesamt 60 denkmalgerechte Lamellenverschattungen einschließlich Dachfensterrollläden für die maßgefertigten Roto Designo Dachfenster. Für das Dachgeschoss 1 wurden 38 Lamellenverschattungen inklusive Rollläden in unterschiedlichen Größen geliefert, für das Dachgeschoss 2 weitere 22 Anlagen.
Passend zur Dacheindeckung wurden die z-förmigen Lamellen in dem rötlich-kupferfarbenen Farbton RAL 8004 lackiert.
Die vor den Dachfenstern angeordneten Lamellen verdecken die Glasflächen und reduzieren dadurch Spiegelungen, ohne die Bedienbarkeit der Fenster einzuschränken. Gleichzeitig treten die Dachfenster aus wichtigen Sichtachsen optisch in den Hintergrund, sodass der geschlossene Eindruck der Dachlandschaft erhalten bleibt.
Mit der Standardaufteilung der Lamellen werden bereits über 60 % der Glasfläche verschattet. Für eine weitergehende Verdunkelung können die denkmalgerechten Verschattungen zusätzlich mit Dachfensterrollläden kombiniert werden. Voraussetzung hierfür ist jedoch die Abstimmung mit der zuständigen Denkmalbehörde.
Mehr Komfort für ausgebaute Dachräume
Die Kombination aus technischer Funktionalität und denkmalgerechter Gestaltung schafft Mehrwert für Nutzer und Planer gleichermaßen. Neben den gestalterischen Anforderungen erfüllt die Lösung gleichzeitig wichtige funktionale Aufgaben.
Die Lamellenverschattung reduziert die direkte Sonneneinstrahlung und verbessert damit den sommerlichen Hitze- und Blendschutz in den Dachräumen. Gleichzeitig bleibt die Bedienbarkeit der Dachfenster vollständig erhalten. In den Wintermonaten kann die tiefstehende Sonne weiterhin zur natürlichen Erwärmung der Räume genutzt werden und trägt so zu einem angenehmen und ausgewogenen Raumklima bei.


Moderne Technik im Einklang mit dem Bestand
Revitalisierungsprojekte wie die Alte Spinnerei zeigen eindrucksvoll, dass Denkmalschutz und moderne Gebäudetechnik keine Gegensätze darstellen.
Die denkmalgerechte Verschattung von Baier ermöglicht die Integration zeitgemäßer Dachfensterlösungen, ohne die historische Identität des Gebäudes zu beeinträchtigen. Funktionale Anforderungen werden erfüllt und gleichzeitig der sensible Umgang mit historischer Bausubstanz unterstützt.
Wie die Alte Spinnerei zeigt, entstehen überzeugende Lösungen dort, wo moderne Anforderungen und historische Architektur zusammenfinden. Wir beraten Sie gerne zu Ihrem Projekt.




